Humanitäre Krise im Frauenblock des Evin-Gefängnisses: Katastrophale Haftbedingungen für politische Gefangene

20.12.2025

Nach neuen Berichten aus dem Inneren Irans wurde der Frauenblock des Evin-Gefängnisses in einen feuchten Keller verlegt, der sich rund 40 Stufen unter der Erde befindet. Politische Gefangene sind dort Bedingungen ausgesetzt, die deutlich schlimmer sind als jene, die sie zuvor im Qarchak-Gefängnis erlebt hatten.

Derzeit sind etwa 60 politische Gefangene in diesem feuchten und extrem unhygienischen Untergrundbereich inhaftiert. Sie leiden unter weitreichender Entbehrung grundlegender hygienischer, medizinischer und sozialer Mindeststandards.

Laut Aussagen der Gefangenen sind die Flure und Zellen stark verschmutzt. Ein dauerhaftes Problem stellt der massive Befall mit Ratten und Ungeziefer dar; die Zahl der Ratten wird auf rund 100 geschätzt. Trotz dieser alarmierenden Zustände wurden bislang keine Maßnahmen wie Schädlingsbekämpfung, Reinigung oder Verbesserung der hygienischen Bedingungen durch die Gefängnisleitung ergriffen. Diese Vernachlässigung erhöht das Risiko der Ausbreitung von Infektionskrankheiten sowie schwerer gesundheitlicher Schäden für die Inhaftierten erheblich.

Berichten zufolge bleiben die Türen des Trakts häufig und über lange Zeiträume hinweg verschlossen, wodurch die Gefangenen stundenlang in geschlossenen Räumen festgehalten werden. Diese Situation kann insbesondere für ältere und kranke Gefangene schwerwiegende körperliche und psychische Folgen haben und zur Verschlimmerung chronischer Erkrankungen führen.

Politische Gefangene im Frauenblock des Evin-Gefängnisses sind zudem nahezu vollständig von medizinischer Versorgung ausgeschlossen. Der Zugang zu Fachärztinnen und Fachärzten, zu lebenswichtigen Medikamenten sowie zu Überstellungen in externe Krankenhäuser ist stark eingeschränkt. In vielen Fällen bleiben medizinische Hilfsanträge unbeantwortet.

Wiederholte Warnungen der Gefangenen und ihrer Familien blieben bislang ohne Reaktion seitens der Gefängnisbehörden. Besonders besorgniserregend ist die Lage älterer und erkrankter Frauen, die dringend auf spezielle medizinische Betreuung und unterstützende Maßnahmen angewiesen sind.

In den frühen Morgenstunden des 9. Oktober 2025 wurden Dutzende politische Gefangene aus dem Qarchak-Gefängnis in das Evin-Gefängnis verlegt. Diese Verlegung erfolgte zunächst unter dem Vorwand einer Verbesserung der Haftbedingungen, führte jedoch faktisch zu einer Verschärfung der Situation und zu zusätzlichem Druck auf die Betroffenen. Die Unterbringung unter unmenschlichen Bedingungen sowie der Entzug von medizinischer Versorgung, Hygiene und Frischluft stellen eine klare Verletzung grundlegender Menschenrechte dar.

Die Situation der politischen Gefangenen im Frauenblock des Evin-Gefängnisses erfordert dringende Aufmerksamkeit und sofortiges Handeln, um irreversible Schäden und den möglichen Verlust von Menschenleben zu verhindern.

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