(4. Januar 2026) – Frauenrechte / Menschenrechte
Der Volksaufstand im Iran trat am Sonntag in seine zweite Woche ein und breitete sich auf alle Provinzen des Landes aus. Besonders junge Frauen und Studentinnen spielen eine zentrale Rolle und übernehmen vielerorts die Führung bei Parolen und Kundgebungen.
Trotz der Schließung zahlreicher Städte und Universitäten sowie der Räumung von Studentenwohnheimen ist es dem Regime nicht gelungen, die Proteste einzudämmen. Immer mehr Städte und Gewerbetreibende schließen sich dem Aufstand an. Ali Khamenei, der Oberste Führer des Regimes, trat nach einer Woche erstmals öffentlich auf und drohte mit weiterer Gewalt. Dennoch halten die Proteste mit zunehmender Intensität an.
Demonstrationen mit den Parolen „Tod dem Diktator“ und „Tod Khamenei“ wurden aus Dutzenden Städten gemeldet, darunter Teheran, Maschhad, Kermanschah, Ahvaz, Birjand, Qorveh, Hufschjan, Malekshahi, Kuhdasht, Fooladshahr, Karaj, Isfahan, Yazd, Rasht, Sari, Amol, Buschehr, Yasuj, Hamadan, Zandschan, Qazvin, Arak, Gachsaran, Rudsar, Lahijan, Eqlid, Nīrīz, Firuzabad, Zarqan, Kushan und Ma‘aliabad.
Frauen und Studentinnen an vorderster Front
In Maschhad stellten Frauen und Mädchen den Großteil der Demonstrierenden, die trotz massiver Präsenz der Sicherheitskräfte Parolen gegen das Regime skandierten. Auch im Nasiabad im Süden Teherans beteiligten sich zahlreiche Frauen an Protesten und hielten Plakate mit Aufschriften wie „Ich bin kein Aufrührer“ als direkte Antwort auf die Propaganda Khameneis hoch.
Nach Berichten wurde die 22-jährige Sāghar Etemādi in Farsan (Provinz Tschahār-Māhāl und Bachtiyāri) durch Schrotkugeln am Kopf schwer verletzt. Sie befindet sich derzeit auf der Intensivstation.
Sarira Karimi, Mitglied des studentischen Rates der Universität Teheran, wurde nach ihrer Verhaftung während der Proteste am 10. Dey freigelassen. In einem veröffentlichten Video rief sie zur Einheit der Studierenden auf, um die Besetzung der Universitäten durch regimetreue Milizen zu verhindern.
Sie erklärte:
„Wir dürfen nicht zulassen, dass sie uns nach und nach festnehmen. Es ist Zeit, zusammenzustehen. Die Freiheit unseres Landes liegt in der Verantwortung der Studierenden. Wir haben keine Angst, weil wir gemeinsam sind.“
Weitreichende Verhaftungen von Frauen und Mädchen
Frauen und junge Mädchen zahlen einen besonders hohen Preis für ihre Teilnahme an den Protesten. Laut Berichten aus sozialen Medien und von Menschenrechtsquellen wurden unter anderem folgende Personen festgenommen:

- Maschhad: Donya Saburi (20), Yekta Darzadeh (20), die Lehrerin Elham Qareh Khani (33), Hasti Karimi (16) und Raheleh Zardkouhi
- Sabzevar: Saba Mahroumi, Zahra Mahdavi (17), Soha Davoudifar (17) und Nazanin Zahra Mousavi (17); Überstellung ins Jugendgefängnis
- Kermanschah: Mahsa Zarei, kurdische Aktivistin
- Schiras: Faryba Hosseini, Zahnärztin
- Lalik Bahmai (Tschahār-Māhāl und Bachtiyāri): Nahid Sahabi
- Yasuj: Zahra Izadnia (26) und 15 weitere Personen
- Shahriar/Karaj: Elahe Khazaei (39), Setayesh Khazaei (19) und Nazanin Khazaei (18), Cousinen des 1401 getöteten Erfan Khazaei
- Sarbender/Chuzestan: Mehersa Maleki (20), gewaltsam festgenommen
- Ilam: Faezeh Rashidi, trotz Schussverletzungen durch Schrot festgenommen
Diese Fälle verdeutlichen die zentrale Rolle von Frauen und jungen Mädchen im Volksaufstand sowie die gravierenden Menschenrechtsverletzungen, denen sie ausgesetzt sind – darunter willkürliche Verhaftungen, massive Gewaltanwendung und die Verweigerung medizinischer Versorgung.