19.september 2026
Iran Human Rights veröffentlicht 171-seitigen Bericht zu Protestopfern: 4.219 getötete Personen dokumentiert
OSLO / 17. September 2026 — Die in Oslo ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR NGO) hat einen umfassenden, 171-seitigen Untersuchungsbericht zu den Opfern der Proteste im Dezember und Januar veröffentlicht. Der Bericht stützt sich auf die Auswertung sämtlicher verfügbarer Quellen, darunter staatliche Dokumente der Islamischen Republik sowie Berichte von Medien und Menschenrechtsorganisationen. Insgesamt wurden die Identitäten von 4.219 Getöteten erfasst und in zwei Anhängen kategorisiert.
Aufschlüsselung der Namenslisten nach Verifizierungsgrad
Die Erfassung der Opfer erfolgte anhand einer strengen Prüfung der vorliegenden Quellen:
- Anhang 1 (Mehrfach verifiziert): Enthält 3.895 Personen, deren Identität durch mindestens zwei voneinander unabhängige Quellen bestätigt wurde.
- Anhang 2 (In Bearbeitung): Führt 324 weitere Personen auf, deren Daten derzeit nur durch eine Quelle belegt sind oder deren persönliche Angaben noch unvollständig vorliegen.
Demografische Daten: Hoher Anteil an Frauen und Kindern
Die statistische Auswertung verdeutlicht das Ausmaß der Gewaltanwendung gegen Zivilisten:
| Kategorie | Anzahl der Opfer | Zusätzliche Details |
| Frauen | 420 | Dokumentierte weibliche Todesopfer |
| Minderjährige (unter 18 Jahre) | 281 | Kinder und Jugendliche |
| Kinder unter 14 Jahren | 25 | Darunter das jüngste Opfer |
| Jüngstes registriertes Opfer | 1 | Ein Säugling im Alter von 4,5 Monaten |
Widersprüche und Lücken in den offiziellen Angaben des Regimes
Während die staatlichen Stellen der Islamischen Republik die Gesamtzahl der Getöteten offiziell mit 3.117 Personen beziffern, deckt die Analyse von Iran Human Rights erhebliche Unstimmigkeiten in den behördlichen Listen auf:
- Auslassungen in der Präsidialamtsliste: Die Namen von mindestens 27 Personen, die auf den offiziellen Listen einzelner Gouvernements geführt werden, sowie 20 weitere Opfer, die in Staatsmedien namentlich genannt wurden, fehlen im offiziellen Bericht des Präsidialamtes.
- Angehörige der Sicherheitskräfte: In der Liste des Präsidialamtes sind 138 Personen als Angehörige staatlicher Sicherheitskräfte oder regierungsnaher Einheiten registriert.
Forderung nach unabhängiger Aufklärung
Mahmoud Amiry-Moghaddam, Direktor von Iran Human Rights, betonte die Notwendigkeit einer internationalen Untersuchung:
„Das wahre Ausmaß des Massakers an den Demonstranten wird voraussichtlich erst nach dem Ende der Islamischen Republik und durch die Arbeit einer unabhängigen Wahrheitskommission vollständig aufgeklärt werden können.“