26.10.2026
Mai Sato, die Sonderberichterstatterin der Verehnten Nationen für die Menschenrechtslage im Iran, hat Opfer, deren Familien, Menschenrechtsverteidiger sowie zivilgesellschaftliche Organisationen dazu aufgerufen, Informationen und Berichte für ihren kommenden Bericht an die 64. Tagung des UN-Menschenrechtsrates einzureichen.
Laut der Bekanntmachung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte konzentriert sich der Bericht – neben den allgemeinen Entwicklungen der Menschenrechtslage ab September 2026 insbesondere auf grenzüberschreitende Repressionen, den Druck auf Familien von Demonstranten sowie Frauenrechte und geschlechtsspezifische Diskriminierung.
Der Aufruf verweist ausdrücklich auf Bedrohungen, Einschüchterungen, Überwachung und Schikanen gegen Regimekritiker im Ausland sowie auf Repressalias gegen deren Verwandte im Iran. Zudem werden Reisebeschränkungen, Konfiszierungen von Eigentum und die missbräuchliche Nutzung konsularischer Dienstleistungen thematisiert.
Familien von Festgenommenen, gewaltsam Verschwundenen, getöteten Demonstranten und Exekutierten sind ebenfalls aufgerufen, die wirtschaftlichen, sozialen, rechtlichen und psychologischen Folgen dieses Drucks zu dokumentieren.
Unter Betonung der Notwendigkeit, der Straflosigkeit der Verantwortlichen ein Ende zu setzen, erklärte Frau Sato am Freitag, den 23. Oktober 2026, auf Plattform X (ehemals Twitter), dass das gemeinsame Merkmal der letzten drei UN-Berichte das Fehlen jeglicher Rechenschaftspflicht sei. Sie betonte, dass ihr keine Untersuchungen der Regimebehörden zu den Tötungen durch staatliche Sicherheitskräfte bekannt seien. Gleichzeitig merkte sie an, dass auch die USA und Israel ihre Erkenntnisse zu den Angriffen auf den Iran bislang nicht veröffentlicht haben.
Sato zufolge belegt der Bericht der UN-Fact-Finding-Mission, dass die Unterdrückung der Proteste ab Dezember 2025 Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt – darunter Mord, Inhaftierung, Folter und andere unmenschliche Handlungen. Der Bericht liefert zudem hinreichende Anhaltspunkte für mögliche Kriegsverbrechen der USA im Zusammenhang mit dem Angriff auf eine Grundschule in Minab sowie dem Einsatz von Streumunition in Lamerd.
Sie fügte hinzu, dass der Bericht des UN-Generalsekretärs – der den Zeitraum von August 2025 bis Mai 2026 abdeckt – zeigt, dass das Regime unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit Hinrichtungen ausgeweitet, Massenverhaftungen durchgeführt und das Internet blockiert hat.
Abschließend betonte die UN-Sonderberichterstatterin, dass der Krieg die Unterdrückung im Land keineswegs gemindert, sondern weiter verschärft habe: Demonstranten werden als feindliche Agenten gebrandmarkt, Hinrichtungen dauern an, Gefangene wurden während militärischer Angriffe in ihren Zellen eingesperrt, und die Abschaltung des Internets verhinderte den Zugang der Bevölkerung zu Warnungen vor bevorstehenden Angriffen.