Alarmierende Lage für Kinder und Jugendliche
23. Februar 2026
Nach den Protesten im Januar 2026 im Iran sind mindestens 30 Personen, darunter 8 Kinder, von der Todesstrafe bedroht. Besonders besorgniserregend ist die Situation von Jugendlichen wie Matin Mohammadi und Erfan Amiri, beide 17 Jahre alt, die derzeit vor dem Revolutionsgericht angeklagt sind.
Berichten zufolge werden Kinder und Jugendliche in Haftanstalten systematisch gefoltert, um sie zu erzwungenen Geständnissen zu zwingen. Zu den angewandten Methoden gehören Elektroschocks an empfindlichen Körperstellen, Schläge, der Einsatz metallischer Gegenstände zur Gewaltausübung, simuliertes Ertränken sowie Ersticken mit feuchten Tüchern. Diese Praktiken beschränken sich nicht auf eine einzelne Stadt, sondern sind Teil eines landesweiten Musters der Repression.
Beispiele von gefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen:
- Ehsan Hosseinpour Hessarlou, 18 Jahre alt, Ringer, wurde schwer gefoltert und könnte zum Tode verurteilt werden.
- Saleh Mohammadi, 18 Jahre alt, ebenfalls Ringer, wurde in Qom zum Tode verurteilt und steht unter Druck, „Geständnisse“ abzulegen.
- Amirhossein Ghaderzadeh, 19 Jahre alt aus Rasht, ist von Hinrichtung durch den Strang bedroht; er sowie seine zwei jüngeren Schwestern wurden sexuellen Übergriffen und entwürdigenden Leibesvisitationen ausgesetzt.
Zu den Personen, die bereits zum Tode verurteilt wurden, gehören: Saleh Mohammadi, Mohammad Amin Biglari, Ali Fahim, Abolfazl Salehi Siavoshani, Amirhossein Hatami, Shahin Vahedparast Kolur, Shahab Zahedi und Yaser Rajaeifar.
Internationale Reaktionen
Expertinnen und Experten der Vereinten Nationen sowie Amnesty International fordern:
- die sofortige Aussetzung aller Hinrichtungen
- die Offenlegung des Status und Aufenthaltsortes sämtlicher Inhaftierten
- den Zugang zu fairen Gerichtsverfahren und rechtlicher Vertretung
Amnesty International betont, dass Kinder und Jugendliche einen erheblichen Teil der Gefangenen ausmachen und häufig unter Folter und Isolation zu Geständnissen gezwungen werden. Die tatsächliche Zahl der Gefährdeten könnte deutlich höher sein.
UNICEF: Kinder brauchen besonderen Schut
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) fordert die sofortige Freilassung aller im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten inhaftierten Kinder. Edouard Beigbeder, Regionaldirektor von UNICEF für den Nahen Osten und Nordafrika, erklärte:
„Kinder benötigen besonderen Schutz und Fürsorge. Freiheitsentzug hat lebenslange Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes und die Zukunft der Gesellschaft. Kindern, denen die Freiheit entzogen wird, muss mit Menschlichkeit und Würde begegnet werden. Ein regelmäßiger Kontakt zu ihren Familien muss gewährleistet sein.“
Der Iran ist Vertragsstaat der UN-Kinderrechtskonvention und verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten.

Opfer der Gewalt
Nach Berichten iranischer Menschenrechtsgruppen wurden zahlreiche Kinder während der Proteste von staatlichen Sicherheitskräften getötet. Zu den Opfern gehört Anila Aboutalebian, ein achtjähriges Mädchen aus Isfahan. Mindestens 200 Schülerinnen und Schüler wurden identifiziert; viele weitere wurden verletzt, und Hunderte wurden in Haftanstalten des Regimes gebracht.

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